Die Musik und Dichtung sind die Sprache des Herzens. Unser Volk überlebte weil es mit der Musik, der Dichtung und den Liedern seine Gefühle ausdrücken konnte. Mit den Liedern pries es Tod und Leben, Freude und Trauer, Erfolge und Misserfolge, Gefangenschaft und Freiheit, die Liebe, die Fremde und die Trennung. Das Griechische Lied stellt für den in der Fremde Lebenden, den Verbitterten, den vom Schicksal schwer getroffenen aber auch den Glücklichen, den Verliebten eine unerschöpfliche Quelle des Mutes und des Ansporns dar. Unsere Lieder sind Werke, die die Seele des Hörers mit dem echten, unverfälschten griechischen Wesen überschütteten, der geistigen Größe, der Tapferkeit und der Sensibilität unseres Volkes.

[Alex. K. Jiotis]

 

 




DER LIEBE

Wie Kupfer vom Kupferschmied aus Jannina
So leuchtet und funkelt dein Lachen
Deine Worte platzen im Inneren
wie Handgranaten.
Körper, der du ausschlugst wie junges Wild
bevor der Schlaf dich übermannte,
drei Nächte jetzt den Kopf gestützt auf zwei Kissen
dampfe ich Nikotin,
ich jage auf achtzig Fieber
dann auf zweihundert
verrückt auf den Asphalt.
Die Einsamkeit eine bittere Lektion
und der Tod eine schwarze Spule
komm mit der Liebe
komm mit dem Wasser.
Bleib nicht länger fern, verlass mich nicht
durchsichtige Hand und aufrechtes Herz
du die ich liebe, die mich erschreckt,
die mir gegeben Brot und Sternenlicht
das Eisen wiederum meiner Seele
und die erschlaffte Trommel des Körpers.

[Michalis Ganas, aus dem Neugriechischen übertragen von Nelly Weber]



Textauswahl Maria Karavia
Lesung Maria Karavia / Reinhard Schiele
Gitarre/Gesang Giorgos Vasilikos / Jiannis Koudounas



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